Verstreutes aus drei Jahrzehnten

Ich kann mich nicht erinnern, irgendwann einmal nicht geschrieben zu haben. Als ich noch nicht schreiben konnte, habe ich erzählt, als ich noch nicht reden konnte, habe ich geträumt.

 

Solange ich nur träumte oder erzählte, war alles gut. Als ich aber zu schreiben begann, gefiel mir nicht mehr, was ich geschrieben hatte, und das erschreckte mich so sehr, daß ich nicht mehr zu erzählen in der Lage war, und kaum noch träumen mochte.

 

Ich bin nie ganz über diesen Urschock der Selbstreflexion hinweggekommen, und noch heute kann ich selten mit völliger Beruhigung auf das blicken, was ich geschrieben habe.

 

Hier ein paar Texte, die sich irgendwie durch die diversen Autodafes hindurchgeschmuggelt haben, zum downloaden, anschauen - und wieder löschen.

 

Als erstes ein Märchen aus der Zeit, als ich das romantische Kunstmärchen noch für den Gipfelpunkt der europäischen Literatur hielt, geschrieben 1981:

Nachtstück.pdf
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Zwanzig Jahre später schrieb ich die romantischen Fragmente in der Art von Novalis und Friedrich Schlegel. Etwas für Leute, denen Schwedenkrimis noch nicht düster genug sind.

 

Beide Stücke, sowohl das Nachtstück als auch die Fragmente, habe ich dann in einen Romantischen Roman eingegliedert, den ich auch als Kindle-E-Book herausgebracht habe. Vorsicht! Nichts für Leute, die sonst nur Shades of Grey und Game of Thrones lesen!

Literarische Tagebücher haben mich von jeher fasziniert, und eines der monumentalsten Werke dieser Gattung sind die Tagebücher Julien Greens (1900-1998), die von 1926 bis zum Tod des Autors reichen. In dem folgenden, sehr langen Essay aus dem Jahr 1999 habe ich dieser Begeisterung Ausdruck verliehen:

Der Schiffbrüchige der Zeit.pdf
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Im Hebbel-Jubiläumsjahr 2013 führten die Nibelungenfestspiele in Worms Hebbels Version der Nibelungen in der Regie von Dieter Wedel auf. Im Rahmenprogramm wurde ich eingeladen, eine Vortrag über Hebbel und Wagner als Nibelungendichter zu halten und konnte der Versuchung nicht widerstehen, ein bißchen den polemischen Stachel zu löcken gegen den überschätzten Richard Wagner. Bayreuth hats überlebt.

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© Hargen Thomsen